Am 25. November 2025 unterzeichneten die Glücksspielbehörden von Österreich, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Portugal und Spanien eine koordinierte Vereinbarung zur Bekämpfung nicht lizenzierter Online-Anbieter. Das Rahmenwerk, das nach einem Treffen am 12. November in der spanischen Generaldirektion für Glücksspielregulierung in Madrid während des 1. Internationalen Gaming-Kongresses geschaffen wurde, schafft ein einheitliches System für den Informationsaustausch und gemeinsamen Druck auf digitale Werbetreibende.
Marktvolumen und regulatorische Herausforderungen
Eine im November 2025 von der European Casino Association in Auftrag gegebene Analyse von Yield Sec erfasste 2024 Einnahmen von 80,6 Milliarden Euro aus nicht lizenzierten Plattformen in der EU-27. Diese Zahl entspricht 71 Prozent des europäischen Online-Glücksspielmarktes von 114,3 Milliarden Euro im Vergleich zu den 33,6 Milliarden Euro, die von lizenzierten Anbietern generiert wurden. Der Bericht identifizierte über 6.200 aktive illegale Anbieter, ein Anstieg von 26 Prozent im Jahresvergleich, und schätzte, dass 81 Millionen Einwohner mit unregulierten Diensten interagieren. Bei einer Standardabgabe von 25 Prozent beläuft sich der fiskalische Ausfall auf etwa 20 Milliarden Euro jährlich.Nationale Aufsichtsbehörden haben diese Trends separat dokumentiert. Die UK Gambling Commission veröffentlichte zwischen September und November 2025 eine vierteilige Forschungsreihe, die Verbraucher Muster und die Grenzen aktueller Störungsmaßnahmen detailliert darlegt. Ähnliche Ergebnisse wurden von Behörden in Paris, Rom, Berlin und Lissabon berichtet.
Einzelne Durchsetzungsbemühungen stehen vor strukturellen Einschränkungen, da nicht lizenzierte Anbieter zwischen Domains und Marketingkanälen wechseln, um nationale Werbeeinschränkungen, Zahlungsfilter und Blockierungsauflagen zu umgehen. Affiliate-Netzwerke und Video-Plattformen bleiben die primären Kundenakquise-Routen für diese Anbieter.
Die Erklärung vom 25. November formalisiert eine mehrjährige Anstrengung, die grenzüberschreitende Aufsicht abzustimmen. Die vorherige Koordination zwischen den Rechtsordnungen blieb begrenzt, wobei jeder Regulierer die Einhaltung der Vorschriften unabhängig verwaltete. Das neue Rahmenwerk ersetzt isolierte Überwachung durch einen gemeinsamen Informationsaustausch und einen einheitlichen Ansatz für die Interaktion mit digitalen Plattformen.