Die deutschen Regulierungsbehörden haben die Einsatzgrenze von 1 € für Online-Slot-Spiele offiziell aufgehoben. Ab Juli dürfen lizenzierte Anbieter die maximale Einsatzgrenze für berechtigte Spieler auf 3 € oder 5 € pro Drehung erhöhen.
Die Grenze von 1 € bleibt die gesetzliche Vorgabe. Um die Stufe von 3 € zu erreichen, müssen die Spieler mindestens 21 Jahre alt sein. Für die Stufe von 5 € müssen die Spieler nachweisen, dass in den vorangegangenen 90 Tagen keine Anzeichen für problematisches Glücksspiel vorlagen.
Die Anbieter müssen das Spielerverhalten vor und nach jeder Erhöhung der Grenze überwachen. Wenn Anzeichen für schädliches Glücksspiel auftreten, müssen die Unternehmen eingreifen, indem sie den Nutzer kontaktieren, die Aktivitäten einschränken oder das Konto sperren.
Regulatorische Ziele und Marktreaktion
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erklärte, die Änderungen entsprächen dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV). Die Behörde strebt an, den Spielerschutz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig an die Marktbedingungen anzupassen. Die Entscheidung erforderte die Zustimmung der Vertreter aller 16 Bundesländer.
Simon Priglinger-Simader, Senior Regulatory Affairs Manager bei Entain Group und Vizepräsident des Deutschen Online Casino Verbands (DOCV), bezeichnete die Maßnahme als „positives Signal“. Er merkte an, dass die Bundesländer die Bereitschaft zeigten, Vorschriften zu überprüfen. Priglinger-Simader fügte hinzu, dass die Änderung die Erkenntnis widerspiegele, dass die regulierte Branche mit dem Schwarzmarkt konkurriere.
Bisher war die strenge Grenze von 1 € Gegenstand von Branchenkontroversen. Anbieter argumentierten, dass die Vorschrift die Fähigkeit beeinträchtige, Spieler in den legalen Markt zu lenken.